Britische Jungferninseln — nicht nur für US-Touristen geeignet
Dieser Beitrag wurde am 24. Juni 2010 um 9:22 pm erstellt und befindet sich in der Britische Jungferninseln. Du kannst dieses Posting als RSS 2.0 Feed abonnieren. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von deiner Website.
Was haben Beef Island, Salt Island, Anegada, Cooper Island, Tortola und einige Dutzend weiterer Inseln in der Karibik gemeinsam? Sie bilden zusammen das britische Überseegebiet „Britische Jungferninseln“ (British Virgin Islands). Dessen Geschichte ist so bunt und teils so grausam wie die vieler Karibikinseln. Erst kamen die Spanier und rotteten den indigenen Stamm der Arawak aus. Die ersten europäischen Siedler auf den Inseln stammten aus den Niederlanden. Anschliessend eroberten die Briten die Eilande und brachten anschliessend Sklaven mit: etwa für die Arbeit auf Zuckerrohrplantagen. Die Nachkommen dieser Sklaven bilden bis heute den grössten Anteil der Bevölkerung auf den Britischen Jungferninseln. Wirtschaftlich sind die Inseln recht gut aufgestellt. Ihr Wirtschaftsleben ist eng verbunden mit dem der Amerikanischen Jungferninseln. Deutlich wird das auch an der Währung, Anders als vielleicht aufgrund des Namens erwartet, wird auf den Britischen Jungferninseln nicht mit dem Britischen Pfund, sondern mit dem US-Dollar bezahlt. Sehr bedeutende Einnahmequelle der Inseln ist der Tourismus. Vor allem Gäste aus den USA besuchen das britische Überseegebiet. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass Europäer nicht willkommen sind. Das ganz bestimmt nicht!
Geografisches
Wenn Sie von Puerto Rico aus etwa einhundert Kilometer übers Meer in Richtung Osten reisen, erreichen Sie die Britischen Jungferninseln. Viele von ihnen entstanden aufgrund von vulkanischen Aktivitäten und sind von Hügeln durchzogen. Eine Ausnahme bildet etwa die aus Korallen und Kalkstein bestehende Insel Anegada, die zweitgrösste der Britischen Jungferninseln. Die grösste der Inseln heisst Tortola. Hier liegt auch der Hauptort der Britischen Jungferninseln: Road Town mit seinen weniger als 10.000 Einwohnern. Auf Tortola befindet sich mit dem etwa 520 Meter hohen Mount Sage zugleich der höchste Punkt des Überseegebiets. Das tropisch feuchte Klima der Inseln präsentiert sich mit gemässigten warmen Temperaturen. Relativ trocken sind die meisten Inseln trotzdem. Wenn Flüsse existieren, trocknen sie oftmals im Sommer aus. Die Landwirtschaft besteht in erster Linie aus Viehzucht, da die Böden auf den Inseln zumeist für Ackerbau eher schlecht geeignet sind. Touristen sollten die Zeit zwischen Juli und Oktober meiden, in der Hurrikans die Britischen Jungferninseln treffen können.
Nationalparks
Den Angaben des offiziellen Tourismusportals zufolge existieren auf den Britischen Jungferninseln insgesamt 28 Nationalparks, zu denen Naturgebiete ebenso gehören wie Kulturdenkmäler. Die Bandbreite der natürlichen Landschaften reicht hier vom Marine-Nationalpark im Meer über Tropenwald und Vogelschutzgebiete bis zu Regionen mit steinig bizarren Formationen. Eines dieser Schutzgebiete ist beispielsweise das Höhlensystem “The Baths” mit seinen Granitformationen und den natürlichen Wasserpools. Vogelfreunde sollten sich beispielsweise den Namen “Jost van Dyke – Diamond Cay” merken. Kulturgüter, die den Status eines Nationalparks haben, sind etwa „The Copper Mine“, wo Relikte an die Zeit der Minenarbeiter auf der Insel Virgin Gorda erinnern, oder der Little Fort National Park, der aus Resten eines ehemaligen spanischen Forts besteht, das die Natur zu einem guten Teil zurückerobert hat. Ein besonders für Taucher interessanter Nationalpark ist der Rhone Marine Park. Bei der „Rhone“ handelt es sich um das Wrack des 1867 gesunkenen Dampfers Rhone.
Reisen in die Geschichte
Der Geschichte der Britischen Jungferninseln begegnet man etwa in ihres Hauptortes Road Town. Die Main Street zeigt sich mit Häusern im Kolonialstil. Vielleicht besuchen Sie Fort Burt und geniessen den sagenhaften Ausblick oder Sie schauen sich den Pusser’s Company Store an. Von hier aus wird die Royal Navy bereits seit über dreihundert Jahren mit Rum versorgt. Wer auch in der Hauptstadt eher Natur erleben möchte, flaniert durch die Botanischen Gärten, in denen künstlich erschaffene Wasserfälle und viele exotische Pflanzen eine traumhafte Landschaft bilden. Alternativ schaut man sich vielleicht Traumjachten statt Traumlandschaften am Hafen an. Rum und Zuckerrohr prägten Teile des Lebens auf Tortola auch abseits der Hauptstadt. Das belegen etwa die „Callwood Rum Distillery“ oder die ehemalige Zuckerfabrik „Josiah’s Bay Plantation“, die heute als Galerie, Shop und Restaurant dient.
Strandleben und andere Aktivitäten
Natürlich kann man auf den Britischen Jungferninseln auch einfach am Strand liegen und den Wellen lauschen oder ein bisschen Baden gehen. Jugendreisen Sommer sind hier besonders beliebt. Badefreunde merken sich Namen wie Brewer’s Bay, Long Bay, Apple Bay oder Cane Garden Bay, einen Strand, der auch Nachtschwärmern gefallen dürfte. Wassersportler und Hobbyfischer werden ebenfalls ihre Freude an den Inseln haben, wobei man sich fürs Fischen allerdings eine Erlaubnis holen muss. Wassersportler können beispielsweise surfen oder windsurfen oder sie mieten sich – entsprechende Erfahrungen vorausgesetzt – ein Boot und steuern die verschiedenen Inseln an. Immerhin stehen ja fast sechzig für einen Besuch zur Auswahl. Wer von Europa aus auf die Britischen Jungferninseln möchte, kommt meistens nicht mit dem Boot. Das muss er auch nicht: Schliesslich gibt es mit Anegada, Beef Island, North Sound Virgin, Virgin Gorda und West End SPB gleich fünf Flughäfen auf den Inseln.





