Rum, Pomeranzen und das freie Kuba — Cocktail – Geschichten

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28 Mai 2010

Dieser Beitrag wurde am 28. Mai 2010 um 10:16 pm erstellt und befindet sich in der Allgemein über die Karibik. Du kannst dieses Posting als RSS 2.0 Feed abonnieren. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von deiner Website.

Viele Cocktails und Zutaten für Cocktails tragen Karibisches bereits in ihrem Namen: Der Cocktail „Cuba libre“ ist solch ein Fall, ebenso der „Carribean Wonder“ oder aber „Blue Curacao“ als Bestandteil einer ganzen Reihe von Cocktails. Mitunter sind diese Drinks fest mit Träumen von karibischen Stränden, herrlichem Partyleben und sternenklaren Nächten verbunden. Man muss nicht zwangsläufig in die Karibik reisen, um karibische Cocktails zu geniessen. Aber seien wir ehrlich: Sie schmecken dort einfach ein kleines bisschen besser!

So ganz genau weiss niemand, woher Cocktails ihren Namen haben. Übersetzt man das Wort aus dem Englischen, so wird ein „Hahnenschwanz“ draus, was etwas weniger als „Cocktail“ nach rauschender Party klingt. Möglicherweise heissen Cocktails Cocktails, weil die Federn eines bei einem Hahnenkampf getöteten Hahnes einst den Drink desjenigen Menschen geschmückt haben, dem der Siegerhahn gehört hat. Etwas weniger mit Kampf und Tod verbunden ist die Theorie, Cocktails würden deshalb Cocktails heissen, weil die teils bei Cocktails aufeinander geschichteten Liköre Assoziationen an einen bunten Hahnenschwanz wecken. Aber auch das ist letztlich nur eine Theorie. Relativ gesichert ist dagegen, dass Cocktails ursprünglich in den USA erfunden wurden und von dort aus auch ihren Weg in die Karibik fanden. Als es in den USA verboten war, Alkohol zu trinken (Zeit der Prohibition: 1919 bis 1933), reisten viele US-Amerikaner auch deshalb in die Karibik, um dort ihre geliebten Cocktails zu schlürfen.

„Cuba Libre“ oder doch eine kleine Lüge?
Rum ist einer der Zutaten vieler Cocktails. Und „Rum“ ist etwas, was auf den karibischen Inseln häufig hergestellt und auch getrunken wird. Die Rummarke „Bacardi“ ist beispielsweise kubanischer Abstammung und wird heute in der Dominikanischen Republik produziert. „Cuba Libre“ ist einer der bekanntesten Cocktails, die mit Rum gemixt werden. Den Namen bekam der Drink von den US-Amerikanern nach Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges im Jahr 1898. Die US-Amerikaner gewannen den Krieg und Kuba war fortan formell unabhängig, stand aber unter US-amerikanischer Besatzung. Die Soldaten der USA feierten diesen Sieg, der aus ihrer Sicht eine Befreiung Kubas war, mit einem Getränk aus Rum, dem Saft der Limette und Limonade. Diesen Drink nannten sie „Cuba Libre“. Viele Kubaner sahen die Sache mit der „Befreiung“ ihres Landes allerdings anders, weshalb der Cocktail bei Exilkubanern bis heute bisweilen „Mentirita“ genannt wird. Das bedeutet im Spanischen soviel wie „kleine Lüge“. Der moderne „Cuba Libre“ von heute besteht aus Cola, Rum, Eiswürfeln und Limettensaft.

Ernest Hemingway und seine Lieblings-Cocktails
Ein anderer aus Kuba stammender Cocktail ist der Daiquiri, der zu den Lieblingscocktails des Schriftstellers Ernest Hemingway gehört haben soll. Hemingway hat eine Zeit lang auf Kuba gelebt, wo er öfters Gast in den Bars La Bodeguita del Medio und El Floridita in Havanna gewesen ist. Basis des Cocktails ist beim Daiquiri wie beim „Cuba Libre“ der Rum. Dazu kommt etwas Zucker, Limonensaft, Eis und Maraschino. Beim Maraschino handelt es sich um einen Likör aus so genannten Maraska-Kirschen, einer Sauerkirschart. Ein zweiter Cocktail, den Ernest Hemingway liebte, war der Mojito. Für ihn wird heller Rum aus Kuba benutzt. Weitere Zutaten sind frische Minze, Rohrzucker, Sodawasser, der Saft von Limetten und gestossenes Eis.

Blue Curaçao
Kehren wir Kuba den Rücken und nähern uns Curaçao. Hier wachsen Bitterorangen (Pomeranzen), aus deren Schalen ein für Curaçao typischer Likör gewonnen wird: Blue Curaçao. Die blaue Farbe des Likörs wird ihm durch Farbstoffe zugesetzt. Bisweilen nutzt man auch rote Farbstoffe und gewinnt damit den weniger bekannten Red Curaçao. Ein Cocktail, der mit Blue Curaçao gemixt wird, ist der lieblich schmeckende „Swimming Pool“: Er besteht aus weissem und braunem Rum, Ananassaft, Blue Curaçao und Sirup aus Kokosnuss. In der Regel wird zudem gestossenes Eis dazugegeben. Garniert wird der Cocktail etwa mit einer Cocktailkirsche und einem Ananasstück. Ein weiterer Cocktail mit Blue Curaçao als Zutat ist der süss schmeckende Cocktail „Carribean Wonder“. Er besteht aus Blue Curaçao, Ananas- sowie Bananensaft, weissem Rum und Buttermilch.

Cocktails aus der Karibik — trinken Sie sie am Strand
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