Saba — klein und so ganz anders

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30 Apr 2010

Dieser Beitrag wurde am 30. April 2010 um 8:05 am erstellt und befindet sich in der Niederländische Antillen. Du kannst dieses Posting als RSS 2.0 Feed abonnieren. Am Ende der Seite kannst du einen Kommentar hinterlassen. Pings sind nicht erlaubt.

Saba ist klein. Genau genommen ist sie mit etwa dreizehn Quadratkilometern sogar die kleinste Insel der niederländischen Antillen. Für Touristen, die von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit eilen, ist Saba also weniger gut geeignet. Man kann die Insel höchstens als Ausgangsort für ausgedehnte Schiffstouren zu anderen, grösseren Inseln nutzen. Wer sich für einige Tage oder Wochen ein Leben abseits hektischen Alltagslebens wünscht, könnte Saba dagegen einmal näher ins Auge fassen. Sabas Tourismusbüro verkauft die Insel als idealen Ort für Naturliebhaber, passionierte Wassersportler, ökologisch orientierte und Hochzeitsreisende. Insbesondere Letztgenannte benötigen meist keine ausgedehnten Touren zu Sehenswürdigkeiten, um sich zu vergnügen.

Kleine Insel, nicht ohne Reiz
Saba ist wirklich klein; das gilt auch für die Zahl der Einwohner. Die gesamte Insel hatte 2001 knapp 1.350 davon. Der Hauptort „The Bottom“ kam damals auf 462 Einwohner, mittlerweile sollen es etwa 140 mehr sein. Grösse ist es also wirklich nicht, was Saba auszeichnet. Die Insel bietet auch praktisch keine natürlichen Strände, die so oft Karibikpostkarten zieren. Sie ist vulkanischen Ursprungs und ab dem zehnten Oktober 2010 — nach Auflösung der Niederländischen Antillen — als „besondere Gemeinde“ ein Teil der Niederlande. Saba wird sich rühmen können, Standort der höchsten Erhebung der Niederlande zu sein. Einer der vier Kegel des Vulkans Mount Scenery ist etwa 877 Meter hoch. Das ist für niederländische Verhältnisse tatsächlich hoch, dürfte alpine Bergsteiger aber auch nicht auf die Insel locken. Da bleibt die Frage: Was zeichnet Saba denn nun wirklich aus? Saba ist kein Ort des Massentourismus; es existieren keine grossen Hotelburgen und wer sich erholen möchte, ist hier vielleicht genau richtig. Strände gibt es — wie gesagt — kaum, aber viele Unterkünfte halten Pools bereit, sodass man aufs Baden nicht verzichten muss. Und wer unbedingt einen Strand haben möchte, findet selbst auf Saba einen: Der Strand Wells Bay liegt etwa zwei Kilometer nördlich vom Hauptort „The Bottom“. Die meisten Unterkünfte auf der Insel sind gut; Touristen müssen also keineswegs auf gewohnte Standards verzichten.

Regenwald und Unterwasserparadies
Einer der grössten Pluspunkte Sabas ist seine Natur. Grössere Teile der Insel bestehen aus Regenwald. Giftige Tiere muss hier niemand fürchten; es gibt sie nicht. Die einzigen Schlangen sind ungiftige Nattern. Die Flora und Fauna auf Saba gilt als einzigartig. Insgesamt vierzehn Routen führen durch den Regenwald, der damit für den Touristen gut erschlossen ist. Etwas Kondition ist allerdings Voraussetzung, um die Wanderungen wirklich zu geniessen. Das gilt teils auch für Touren durch den 46 Hektar grossen Saba National Park im Norden der Insel. Belohnt wird man mit faszinierenden Einblicken in den natürlichen Erlebnisraum „Regenwald“. Wer möchte, kann auch einen Führer buchen, der einem vielleicht Dinge zeigt, die man alleine gar nicht wahrgenommen hätte. Auch der Mount Scenery kann ohne Kletterausrüstung bestiegen werden. 1.064 Stufen sollen es sein, die den Wanderer bis auf den Gipfel führen. Ein besonderes Paradies ist Saba für Taucher. Mitten im Wasser liegt ein weiterer Nationalpark der Insel: der Saba National Marine Park mit besonders artenreicher Wasserflora und -fauna. Taucher treffen hier beispielsweise auf Rochen, Mantas und Wasserschildkröten. Fragen Sie manch einen dieser Taucher: Er wird beginnen, von Saba und seiner Unterwasserwelt mit ihren unzähligen Korallen zu schwärmen. Durch Bootsfahrten lassen sich die meisten Tauchplätze der Insel innerhalb weniger Minuten erreichen.

Sightseeing dauert kaum mehr als einen Tag
Sagten wir schon, dass Saba klein ist? Saba ist klein und die Orte auf Saba sind geradezu winzig. Das bedeutet nicht, dass diese Orte keinerlei Ziele für Touristen haben: The Bottom hat drei ganz hübsche Kirchen und ist Standort des Major Osmar Ralph Simmons Museum, in dem einiges aus der Geschichte Sabas ausgestellt wird. Das andere Museum Sabas liegt im Ort Windwardside. Es nennt sich Harry L. Johnson Museum und zeigt Exponate karibischer Ureinwohner. Insgesamt hat man die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Insel bei einem etwas strammeren Sightseeing-Programm aber innerhalb eines Tages abgeklappert. Mehr Kultur bietet dann nur noch weitere Ausflüge: etwa auf die Nachbarinsel Sint Maarten.

Kleines Fazit
Wer weiss, was ihn auf Saba erwartet (und was nicht) und sich bewusst für Saba entscheidet, kann hier einen sehr schönen Urlaub verbringen. Einen Urlaub abseits von allzu grossen Touristenströmen.  Einen Urlaub zum Relaxen auf einer Insel, auf der das Leben kaum Hektik kennt. Legen Sie Ihre Armbanduhr ab, die Sie bisweilen zum Sklaven degradiert. Auf Saba benötigen Sie sie nicht allzu oft. Atmen Sie tief durch, lauschen Sie dem Rauschen des Meeres und geniessen Sie das Leben. Manchmal ist nichts wichtiger als das. Und vielleicht ist das die Botschaft, die Saba uns vermittelt? Saba ist klein, wir sagten es schon. Das gilt auch für den Flughafen der Insel. Die vierhundert Meter lange Landebahn gilt als kleinste kommerziell betriebene Landebahn der Welt. Saba ist wirklich klein: Aber manchmal ist Kleines richtig schön.

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